Kein Blog #Thriller-Adventskalender 2017: Tag 6

#Thriller-Adventskalender 2017: Tag 6

Thriller-Adventskalender 2017

Willkommen zu meinem #Thriller-Adventskalender!

Tag 6: Mörderischer Santa Claus

Es klingt wie ein schlechter Scherz oder eine Szene aus einem Horrorfilm. Ein als Weihnachtsmann verkleideter Irrer dringt während einer Weihnachtsfeier ins Haus ein und bringt alle um.

Nur dass diese Sache tatsächlich geschehen ist.

Covina, Kalifornien. Heiligabend 2008. Bruce Pardo klopft als Weihnachtsmann verkleidet an eine Tür. In der einen Hand ein verpacktes Geschenk, in der anderen eine Pistole. Ein achtjähriges Mädchen öffnet ihm die Tür. Pardo eröffnet das Feuer, verletzt das Kind im Gesicht. Er dringt ins Haus ein, schießt um sich. Die insgesamt 25 Menschen, die im Haus feiern, geraten in Panik. Manche verstecken sich, wenigen gelingt die Flucht. Pardos Ziel scheinen seine Ex-Frau Sylvia Ortega Pardo und ihre Familie zu sein.

Pardo findet seine Ziele.

Nachdem Pardo herumgeschossen hat, packt er das mitgebrachte »Geschenk« aus: ein selbst gebauter Flammenwerfer. Pardo setzt damit das Haus und einige der Menschen darin in Brand. Auch er selbst wird dabei schwer verletzt. Er erleidet Verbrennungen, Teile seines Kostüms verschmelzen mit seiner Haut.
Als Pardo fertig ist, sind neun Menschen tot. Manche sterben an den Schussverletzungen, andere kommen in den Flammen um. Es braucht später 80 Feuerwehrleute und dauert eineinhalb Stunden, das Feuer zu löschen.
Schließlich setzt sich Pardo in sein Auto, fährt dreißig Meilen bis zum Haus seines Bruders, der nicht anwesend ist. Pardo verschafft sich Zutritt zum Haus. Dort schießt er sich in den Kopf. Pardo selbst ist sein zehntes Opfer.
Offensichtlich hatte er das alles lange geplant. Allerdings schien er eigentlich für sich selbst ein anderes Ende vorgesehen zu haben. Man fand Tickets bei ihm – für eine Reise, die er nie antreten sollte.

Bei Criminal Minds würde man jetzt nach dem Stressauslöser suchen – und ihn ziemlich sicher finden. Die Scheidung war erst kürzlich vollzogen worden. Außerdem hatte Pardo gerade seinen Job verloren. Schulden, Unterhaltszahlungen an seine Ex-Frau. Polizeibekannt war Pardo zuvor nicht. Er war nie aufgefallen. Ein ganz normaler Mann. Der gute, stille Nachbar. Wie so oft. Allerdings ist das keine TV-Serie. Das ist echt.

Niemand weiß, was mit Pardo während dieser dreißig Meilen passiert ist, in denen er schwer verletzt mit dem Auto zum Haus des Bruders fuhr. Niemand wird es je erfahren. Genauso kann niemand ganz genau sagen, wie Pardo dazu kam, ausgerechnet in diesem Kostüm, auf diese Weise, seine Ex-Frau und ihre Familie zu ermorden.

Tja, wie schon gesagt: Life is strange.